Mittendrin

Christine Krapfenbauer Cermak

Ihre erste Ausbildung erhielt Christine Krapfenbauer Cermak bei Heidi Sykora und Gisela Dröscher in Aquarellmalerei. Spuren dieser Technik sind noch in ihren heutigen Arbeiten zu finden.

Samstag 20 Mai 2017
19:30 Uhr Studiobühne

Das Malen unter freiem Himmel bei jeder Witterung erfordert genaue Planung im Vorhinein. Thema und Komposition stehen lange vor Beginn der Bilderserie fest und nehmen den größten Zeitraum ein. Die Umsetzung hingegen erfolgt rasch, dynamisch, oft scheinbar wie hingeworfen.

Sie setzt Acrylfarbe dünnflüssig wie im Aquarell ein. Durch Übermalen zahlreicher durchscheinender Schichten unter Einbeziehung weiterer Materialien wie Sand, Kreiden und Rötel entstehen flimmernde Farbwelten. Unerwartete Reaktionen an den Kontaktflächen von Kreide und Acrylfarbe bezieht sie in die Komposition ein und verwendet sie gleichsam als Ausgangspunkt neuer Einzelheiten. Malerisches und Grafisches wird zusammengeführt, selbst der Pinsel wird als Stift verstanden.

Ihre Themen sind die scheinbar kleinen Dinge ihres Lebensumfeldes. Die Weinviertler Landschaft mit den weiten Flächen und dunklen Baumgruppen an den Horizont abschließenden Hügelketten können sie ebenso beschäftigen, wie die charakteristischen Gebäude der Region.

Abstraktion erreicht sie durch Reduktion. Erfahrenes und Bekanntes wird vereinfacht, bis symbolhafte Kürzel erarbeitet sind. Durch rhythmisches Aneinanderreihen schafft sie eine neue Bedeutung. Zugleich verweist ihre Malerei oft auf Dahinterliegendes, in die Vergangenheit Weisendes.

Aufgebrochene Farbschichten öffnen sich zu einer weiteren räumlichen und zeitlichen Dimension. Figurengruppen als kollektive Erfahrungen der Gemeinschaft bilden eine zusätzliche Ebene und ergänzen konzepthaft das Offensichtliche.

ln der Keramik setzt sie diesen Weg fort. Der reizvolle Gegensatz zwischen dem harten Material und weichen organischen Formen wir durch grafische Elemente unterstrichen. Zeichnungen mit Metalloxiden vor dem Niedertemperaturbrand oder Drahtelemente verschränken die Objekte mit dem umgebenden Raum.