Fraeulein Braun

Eva Braun wollte einfach Schauspielerin werden und ein wenig Glamour genießen. In „Fräulein Braun“ spielen Ursula Leitner und David Jakob mit dem raffinierten Text von Ulrich Hub, der einen die Naivität der jungen Frau auf tragisch-komische Weise nachvollziehen lässt.



Zum Stück:
Eva Braun wäre als Münchner Mädel gerne Schauspielerin geworden, stattdessen geriet sie auf Hitlers Schoß ins Separee der Weltbühne. An diesem Abend plaudert sie aus dem intimsten Nähkästchen; von der ersten Einladung zum Leberkäs bis zur Zyankalikapsel im Hochzeitsbett, und erzählt ganz nebenbei deutsche Geschichte von der Warte deutscher Unschuld. Ihre Geschichte die sie auf den mythenumwobenen Obersalzberg und schließlich in den Bunker unter der Reichskanzlei führt, schwankt zwischen Lächerlichkeit und Groteske, erhält aber auch schlichte tragische Züge. Ein Text mit viel Witz und sprachlicher Treffsicherheit.

Zum Abend:
Der Autor bzw. sein Text spielt ein raffiniertes Spiel mit dem Publikum, in dem er den geschichtlichen Kontext, wie „Fräulein Braun“ auch, in den Hintergrund rückt, und eine einfache Liebesgeschichte entwirft. Man ertappt sich dabei, Sympathien zu entwickeln und Verständnis zu haben für dieses „Tschapperl“. Die versteckte Frau an Hitlers Seite tritt als naives junges Ding auf, die sich pubertären Wünschen hingibt und sich für Boulevardklatsch interessiert. Man gewinnt den Eindruck, dass es die vordringliche Aufgabe des Fräulein Braun war, Hitlers Träume einer kleinbürgerlichen Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich gleicht das Stück durch die Radikalität der Figur diese Irritation wieder aus, wenn Eva Braun auf dem Berghof in Berchtesgaden und noch stärker in den letzten Tagen in Berlin zunehmend an Realitätsverlust leidet. Der Humor und Witz mit dem Hub sein Stück gespickt hat macht die historische Tragödie wie in Charlie Chaplins „Der große Diktator“ erträglicher.

Zum Autor:
Ulrich Hub (* 2. November 1963 in Tübingen) ist ein deutscher Theaterschriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Er absolvierte eine Schauspielausbildung an der Musikhochschule in Hamburg. Anschließend war er an den Theatern in Gießen und Darmstadt als Schauspieler verpf lichtet. Seine Bühnenwerke wurden auch ins Französische und Niederländische übersetzt. Ulrich Hub lebt in Berlin. Mit der Uraufführung von „Fräulein Braun“ am renommierten Thalia Theater Hamburg konnte er 1995 seinen ersten großen Erfolg feiern.
 

Fräulein Braun Ursula Leitner
Diverse Rollen David Jakob
Assistenz Björn Puhr
Inszenierung Christian Pfeiffer
Bühnenteam Mayer, Weigel, Müllebner, Frank
Lichtgestaltung Martin Kerschbaum
Technik Julia Müllebner
Martin Kerschbaum
Kostüme Petra Teufelsbauer